
hallo ihr lieben da draussen und drinnen und wo auch immer,
seit agra ist nun schon einige zeit vergangen und wie ihr euch vorstellen koennt, haben wir auch schon ganz schoen viel wieder erlebt.ihr koennt euch gar nicht vorstellen wieviel...
sonntag fuhren wir also nach mathura. die stadt ist einfach nur furchtbar. ueberall wird man angequatscht, vollgelabert und vor allem auch noch verfolgt. dann hat die stadt auch noch ueberhaupt nichts zu bieten, also verzogen wir uns abends in unser vierbettzimmer (mit cindy zusammen und sassen gemuetlich rum, jeder machte so sein zeug. cindy lag auf ihrem bett, stand aber auf einmal kaesebleich auf, voellig fertig mit der welt und meinte, sie haette einen herzanfall. sie hat uns schonmal erzaehlt, dass sie eine krankheit hat, bei der ihr herz anfaengt zu rasen, wenn sie kaffee, tee oder bier trinkt. an diesem tag hatte sie mehr pepsi getrunken als sonst, vielleicht lag es daran.
auf jeden fall rannte sie richtig verzweifelt ins bad, wusch sich das gesicht mit kaltem wasser ab, die ganze zeit mt der hand auf der brust und eroeffnete uns, dass sie wohl ins krankenhaus muesse. wir waren voellig ueberfordert mit der situation, rannten dann aber nach unten, um hilfe zu holen, einen krankenwagen oder irgendwas. tollerweise spricht in diesem bloeden kaff so gut wie niemand englisch nd so stossen wir nur auf taube ohren. wir entschieden, alle ihre sachen zusammenzupacken und auf die strasse zu gehen, um ein taxi zu kriegen. cindy wurde immer verzweifelter, sprach nur noch davon, dass sie sterben wuerde und dass sie in indien nun wirklich nicht ins krankenhaus wolle.
ein glueck kam uns dann noch der englisch-sprechende (und verstehende) hotelbesitzer entgegen, der dann einen krankenwagen organisierte. man kann aber nicht sagen, dass sich irgendwer der indischen beteiligten auch nur irgendwie beeilt haette. alles geschah gaaaanz gaaanz langsam. bis dann der wagen endlich da war und auch ein fahrer ist eine halbe ewigkeit vergangen, bei der wir hoellenaengste durchstehen mussten.
im krankenhaus massen sie ihren blutdruck, jedoch nur um festzustellen, dass sie eh keine medikamente dahatten und dass cindy nach agra ins krankenhaus muesse. cindy wollte eigentlich nach delhi, aber einen helikopter gab es erstaunlicherweise nicht und ein taxi haette 3 stunden gebraucht, in denen sie ihrer aussage nach, laengst gestorben waer.
also nicht delhi, sondern agra. super dass wir nur eigentlich mit der ganzen situation eigentlich gar nichts zu tun hatten, gerade aus agra kamen und fuer den naechsten tag geplant hatten, nach sawai madhopur zu fahren. ausserdem wusste kein mensch, wie langer cindy in diesem krankenhaus bleiben musste und ob sie nicht sowieso zurueck nach kanada faehrt. also versuchten wir ihr schonend beizubringen, dass wir nicht mitkommen koennten nach agra, auch unser ganzes gepaeck war im hotelzimmer. da sagte sie die furchtbaren worte "please, maybe iI'm gonna die and I don't want to die alone"... ja, was soll man da sagen?? also fuhren wir ins hotel, um in windeseile alle unsere sachen zusammenzupacken. cindy bereitete uns auf dem weg dahin darauf vor, dass wir sie vielleicht wiederbeleben muessten, erklaerte uns herzmassage und beatmung. tollerweise gab es naemlich auch keinen arzt, der uns haette begleiten koennen auf dem einstuendigen weg nach agra. wir waren voellig ueberfordert. hatten nur noch angst und hofften, einfach aus einem boesen traum aufzuwachen.
als wir dann voellig gestresst mit unseren rucksaecken die treppe runterhetzten, sass cindy auf einem bett in einem der hotelzimmer, weinend und sagte, dass alles wieder in Ordnung sei. Ihr Herz hatte aufgehoert zu rasen und sie musste in kein krankenhaus. Mein Gott! was haben wir fuer aengste durchlitten und uns die schlimmsten situationen ausgemalt. und jetzt war auf einmal wieder alles in ordnung. einfach unglaublich...
am naechsten tag war komischer weise schon wieder alles so wie immer. wir verbrachten mal wieder 5 stunden, statt den angekuendigten 3, im zug und fuhren nach sawai madhopur. da der zug auch noch erst eine stunde spaeter ueberhaupt erst losgefahren ist, kamen wir in der nacht dort an und hatten weder die zeit, noch die kraft, lange nach einem hotel zu suchen. wir hatten uns vorher in unserem reisefuehrer eins ausgesucht und liessen uns auf gut glueck von unserem rikscha-fahrer dort hinbringen. es war das reinste drecksloch und trotzdem blieben wir eine nacht. zum glueck hatten wir uns gerdae einen tag vorher Bettlaken gekauft und haben ja unsere super reisekissen, so dass wir nicht in allzu nahen kontakt mit dem bett kommen mussten.
am naechsten morgen verschwanden wir so schnell es gingen und liessen uns von unserem fahrer vom abend vorher ein hotel seiner wahl zeigen, er meinte, es waere auf dem weg zum nationalpark, sehr sauber und auch nicht viel teurer.

ES WAR EIN TRAUM!! Die reinste Idylle, ein schoener garten mit vielen bunten blumen, ein kleines haeuschen mit ein paar zimmern, alle wunderbar sauber, schoen eingerichtet und mit einer terasse. und das alles ausserhalb der stadt, also einfach nur ruhe. wir verbrachten wirklich den ganzen tag damit, nur loecher in die luft zu gucken, die angenehme ruhe zu geniessen und unserer lunge frische luft zukommen zu lassen. einfach herrlich.
faul wie wir waren haben wir dann auch (obwohl viel zu teuer) die safari-tour durch den nationalpark von unserem hotel aus gebucht und so holte uns am naechsten nachmittag ein canter mit 20 sitzplaetzen ab. wir waren auch wirklich die versprochenen 3 stunden in em park und haben viele tiere gesehen, nur leider keinen einzigen tiger. es waren sogar eigentlich eher langweilige tiere, wie voegel und rehe, rehe und nochmal rehe. einigermassen enttaeuscht fuhren wir also in dem canter zurueck zum hotel und weil philipp und ich (im gegensatz zu cindy) nicht schon wieder einen haufen geld fuer das essen im hotel ausgeben wollten, entschieden wir, noch einen trip in die stadt zu machen. da schloss sich doch gleich noch ein netter, junger amerikaner an, mit dem wir dann lecker vegetarisch essen waren.
die restliche zeit in sawai madhopur verlief ziemlich faul und ereignislos.
am naechsten morgen fuhren wir dann aber auch schon weiter mit dem zug nach jaipur. mit den schlimmsten vorahnungen kamen wir diesmal einigermassen puenktlich an. alle leute hatten uns bisher nur negatives von jaipur erzaehlt, es sollte sehr stressig und laut und anstrengend sein (ach nee...sowas gibts hier?)

der naechste rikscha-fahrer liess nicht lange auf sich warten. wir hatten aber wieder einmal glueck und gerieten an einen sehr netten, der uns von einem hotel zum naechsten fuhr. unsere wahl war leider ausgebucht und so liessen wir uns zu verschiedenen seiner wahl bringen. alle sehr teuer und nicht gerade sauber. irgendwann hat uns dann aber doch eins einigermassen ueberzeugt und so liessen wir unsere rucksaecke dort und gingen mit ihm etwas essen. mal wieder war er aber eigentlich doch nur auf unser geld aus und wollte uns zu anderen touren ueberreden.
wir besorgten noch unser busticket fuer samstagmorgen, mit dem wir nach pushkar fahren konnten und fielen ins bett.
unser hotel erschien uns am naechsten morgen dann noch nicht mehr so prickelnd und so entschieden wir uns fuer einen erneuten wechsel. cindy hat zufaelligerweise hier freunde wiedergetroffen, die direkt gegenueber wohnten und da zogen wir dann auch gleich hin. was ein luxus! mit seife und frischen handtuechern und bettlaken, alles sauber und mit schoener dachterasse zum fruehstuecken.

frisch gestaerkt und sauber geduscht machten wir uns dann heute mal zu zweit auf, die stadt zu erkunden. wir liefen unglaublich viel (immer verfolgt von nervenden rikscha-fahrern, bettlern und kreischenden kindern). die rosarote altstadt war schwerer zu finden, als wir dachten, aber schliesslich fanden wir sie dann doch. wir haben einfach unendlich viel gesehen heute. wir haben gesehen, wie edelsteine geschliffen und poliert werden, haben dann natuerlich auch gleich ein bisschen schmuck gekauft :) dann hat uns ein rikscha-fahrer zu einem tempel im wasser gebracht, der wirklich toll anzusehen war. wir sahen elefanten und kamele und eine indische tankstelle von indien (die pure hygiene, man glaubt es kaum). dann wurden wir auch noch zu einem textiliengrosshandel im familienbestiz gebracht, wo uns gezeig tund erklaert wurde, wie tuecher per hand bedruckt und bestickt werden. was fuer eine schweinearbeit in so einem betttuch alleine steckt...
damit unser fahrer auch noch eine komission kriegt, fuhr er uns in das indische KaDeWe, wo man sogar fuer europaeische verhaeltnisse viel geld lassen kann.

heute werden wir nur noch schick essen gehen (wir haben uns das sowas von verdient) und dann mal wieder ins bett plumpsen, da unser bus morgen schon wieder um 9.30 jaipur verlaesst und wir uns auf den weg nach pushkar machen, um dort unseren alten freund rav wiederzutreffen.
auf bald kameraden,
Isa und Phil

mensch ihr beiden...das klingt unglaublich...ich stelle mir die ganze zeit vor wie ihr das alles erlebt! einfach unglaublich!
ich hoffe cindy gehts in zukunft besser und ihr erlebt noch viele tolle momente....und ich drück euch die daumen, dass das mit euren tigern noch was wird!!
ganz ganz liebe grüße und fühlt euch gedrückt!!
magda
17. Oktober 2008 um 09:08
hey ihr beiden! es ist toll eure geschichten zu lesen und ich freu mich immer wieder wenn es etwas neues gibt! das hört sich total aufregend und ziemlich verrückt an!Viel Glück weiterhin:) habt spaß!
Ganz Liebe Grüße ans andere Ende der Welt!
Die andere Isa;)
17. Oktober 2008 um 12:29